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19 Manheim – Ein Dorf siedelt um Lange haben es die Bürgerinnen und Bürger von Manheim gewusst: Irgendwann müssen sie ihr Heimatdorf verlassen, da es dem Braunkohlebagger weichen muss. Doch als es dann tatsächlich soweit war und die ersten Schritte der Umsiedlung begannen, war es für die rund 1.800 Bewohnerinnen und Bewohner des kleinsten Kerpener Stadtteils nicht einfach, den neuen Weg einzuschlagen. Trotzdem votierten im Jahr 2007 stolze 81% von ihnen für eine gemeinsame Umsiedlung an den Wunschstandort „Dickbusch“, westlich des Stadtteils Kerpens gelegen. Hier sah man die große Möglichkeit, erneut eigenständig zu sein, aber die Einkaufsmöglichkeiten und infrastrukturellen Vorteile des großen Nachbarn Kerpen nutzen zu können. Ein ganzes Dorf an anderer Stelle neu entstehen zu lassen, erforderte Planung, Vorstellungskraft, Geduld und viel Zeit. Die Manheimer Bürgerinnen und Bürger brachten sich von Anfang an in die städtebaulichen Überlegungen für ihre neue Heimat ein. Hierfür mussten sie viel lernen. Eine Vielzahl von Workshops, Vorträgen und Exkursionen boten die Möglichkeit, um gemeinsam mit den Planungsspezialisten ihre Wünsche und Anforderungen für das Dorf „Manheim-neu“ konkret zu formulieren und darzustellen. Dabei galt es, wichtige Entscheidungen zu treffen. Welche Form soll der neue Ort haben? Wo würden Grünanlagen entstehen, wie würden die Straßen verlaufen? Wie werden die Grundstücke geschnitten? Es standen Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger an, welches Grundstück sie erwerben wollen und wie das neue Haus tatsächlich aussehen soll. Von existenzieller Wichtigkeit war dabei die Frage, was man für sein altes Anwesen bekommen würde. Mittlerweile ist die Erschließung – also der Bau der Straßen und der Kanalisation – abgeschlossen und die ersten Häuser entstehen. Ihnen werden viele weitere folgen. Das heutige Manheim ist ein lebendiger Ort mit einem vielfältigen Vereins- und Dorfleben. Allen Beteiligten lag dessen Erhalt besonders am Herzen, denn er ist für Heimatgefühl und Zusammenhalt der Bevölkerung von großer Bedeutung. Dank erfolgreicher Verhandlungen konnte erreicht werden, dass sie auch in Manheim-neu ein Bürgerzentrum mit Festhalle, ein Jugendzentrum, ein Sportlerheim mit entsprechenden Sportplätzen sowie ein Gemeindehaus vorfinden werden. Auch die Kleinsten werden nicht vergessen. Eine zweizügige Kindertagesstätte mit U3-Betreuung wird am neuen Standort die Unterbringung der Jüngsten gewährleisten. Großzügige Spielplätze für alle Altersgruppen runden das Angebot ab. Bis alle Manheimerinnen und Manheimer in Manheim-neu wohnen, wird noch ein wenig Zeit vergehen. Schaut man auf die Pläne des neuen Ortes, sieht man, dass es ein Ort wird, der für seine Bewohner und Bewohnerinnen geplant worden ist. Er wird grün und großzügig werden und seinen Menschen eine neue Heimat sein.


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